Simsala-BIM?!

Was BIM bedeutet
„Building information modeling“ steckt hinter der Abkürzung BIM, was übersetzt so viel wie „Gebäudedatenmodellierung“ heißt. Was BIM jedoch konkret ist, wird damit noch nicht klar. Der Begriff „BIM-Daten“ lässt zunächst auf eine Software schließen, was aber nicht korrekt ist. BIM bezeichnet vielmehr die Art und Weise, wie ein Bauvorhaben geplant und umgesetzt wird.

Was BIM bezweckt
Die Planungsmethode nach BIM setzt auf die Vernetzung von Bauherren, Architekten, Planern, Installateuren und ausführenden Betrieben. Sie alle teilen auf digitalem Wege alle Informationen, die „BIM-Daten“, die für ein Bauvorhaben notwendig sind. Visualisiert werden diese in einem 3D-Modell, das damit zur Basis aller Planung wird. Ziel ist es, nicht nur einen erfolgreichen Bauabschluss zu erzielen, sondern frühzeitig Fehler zu erkennen und zu beseitigen. Das bedeutet zwar insgesamt einen höheren Planungsaufwand vorab, ermöglicht aber in der Folge eine kürzere Bauzeit und präzisere Kostenabschätzungen.

So funktioniert's

BIM-Daten als Informationsquelle
Die Basis des Erfolgs sind dabei die geteilten Informationen. Wichtig ist hierbei insbesondere, dass alle Beteiligten bei der Bereitstellung und Verarbeitung der Informationen „die gleiche Sprache sprechen“. Hier sind wir im Bereich der Technik und Digitalisierung angekommen, die für ein BIM-Vorhaben unabdingbar sind. Sei es eine Wand, eine Schraube, ein Dübel oder ein Rohr, ein Lüftungsschacht, ein Durchgang oder eine Wandfarbe - für jedes Element, das im Bau Anwendung findet und berücksichtigt werden muss, muss ein Datenpaket geschnürt werden, das alle dafür notwendigen Informationen enthält. Dieses Datenpaket sollte anerkannte Produktdatenstandards für die Klassifizierung und Beschreibung von Produkten erfüllen, um von den verschiedenen Anwendern verarbeitet werden zu können.
 
Vorgaben zu BIM-Daten
Bei den Vorgaben zu Informationsumfang und zu Detailtiefe eines jeden Teils muss bei allen Beteiligten Einigkeit und Einheitlichkeit herrschen. Die entsprechenden Vorgaben werden für jedes Bauprojekt vorab festgelegt. Verschiedene Verbände und Institute sind aktuell dabei hierzu Richtlinien mit dem Ziel einer zunehmenden Standardisierung zu entwickeln, wodurch ein besserer Austausch und damit eine bessere Zusammenarbeit im Projekt ermöglicht werden. Seitens der Technik müssen die Datenpakete außerdem ein Dateiformat haben, das von den verschiedenen Software-Lösungen der Beteiligten verarbeitet werden kann. Nur mit einer „gemeinsamen Sprache“, das heißt mit über alle Fachbereiche hinweg kompatiblen Dateiformaten und Softwarelösungen, kann das BIM-Vorhaben gelingen.

Chancen und Herausforderungen von BIM

Da wir uns zumindest in Deutschland noch in der Anfangsphase des Arbeitens mit und nach BIM befinden, klaffen hier Theorie und Praxis noch weit auseinander: Es sind vielfältige fachspezifische Software-Werkzeuge im Einsatz, die nicht alle miteinander kompatibel und auch nicht alle bereits BIM-tauglich sind. Ist an der Planung und Ausführung eines BIM-orientierten Bauvorhabens nur ein Programm nicht BIM-konform, entstehen bereits Lücken im digitalen Prozess, was einen Mehraufwand und eine höhere Fehleranfälligkeit nach sich zieht.

 
BIM verbreitet sich
Die Projektarbeit nach der BIM-Methodik ist jedoch langfristig erstrebenswert, wenn nicht sogar unausweichlich. In einigen Ländern Europas, vor allem aber im Nahen Osten, in Asien oder USA ist BIM bei Großprojekten bereits Standard. Auch hierzulande gibt es deutliche Bestrebungen der entsprechenden Stellen und Verbände, BIM voranzutreiben und für öffentliche sowie langfristig auch für private Bauvorhaben zum Standard zu entwickeln. Denn ist BIM erstmal flächendeckend in den Fachbereichen etabliert, bietet es in Sachen vorausschauende und langfristige Planung deutliche Vorteil gegenüber dem bisherigen Vorgehen.

Vorteile von BIM

Bei optimaler Umsetzung lassen sich, schon bevor der erste Stein gelegt ist, am Computer im 3D-Modell Simulationen erzeugen, die sowohl bei der Planung der Bauabläufe als auch bei Entscheidungen zur späteren Nutzung unterstützen können. Beispielsweise können je nach Detailtiefe und Breite der zur Verfügung stehenden Informationen Kollisionen der Gewerke auf der Baustelle vorzeitig aufgedeckt und bei der Planung berücksichtigt werden. Auch zu Baukosten, Materialmengen und Ressourcen lassen sich bei entsprechender Datenlage Aussagen treffen.
 
Risiken trotz BIM
All diese Möglichkeiten einer detailreichen und vorausschauenden Planung können jedoch nicht alle Probleme, die am Bau auftreten, ausschalten. Die Kommunikation über Prozesse, Verantwortlichkeiten und Koordination, Umgang mit veränderten Anforderungen etc. fällt bei der BIM-Methodik keinesfalls weg, sondern ist zum Teil noch komplexer. Auch Herausforderungen wie Zeitdruck, plötzliche weitgreifende Veränderungen oder fehlende Detailplanung können durch BIM nicht aufgefangen werden.
 
Fazit: BIM kommt
Der Status quo zeigt, dass es starke Bestrebungen gibt, BIM als Standard auch in Deutschland zu etablieren. Die Vorteile der BIM-gestützten Planung überzeugen, auch wenn es aktuell noch ein weiter Weg ist, bis das Vorhaben flächendeckend umgesetzt ist. Nichtsdestotrotz sollte man sich darauf einstellen, über kurz oder lang am Thema BIM nicht mehr vorbeizukommen. Es gilt deshalb, die Thematik nicht aus den Augen zu verlieren und sich rechtzeitig prozessual und technisch darauf vorzubereiten. Nur so kann man selbst langfristig von der Methode profitieren und sich in der sich mit den neuen Technologien zusehends verändernden Arbeitswelt behaupten.

BIM Schema zum Download

Wer nutzt das BIM-Gebäudedatenmodell für was? Unser Schema zeigt die Zusammenarbeit der beteiligten Parteien mit BIM.